Long Gone: Atmosphärisches Postapokalypse-Abenteuer mit cleverem Perspektivenwechsel

Long Gone

Was im Jahr 2021 als kleiner, während der Pandemie entstandener Prototyp auf TikTok viral ging, hat sich zu einem der vielversprechendsten narrativen Indie-Projekte der kommenden Jahre entwickelt: Long Gone. Nach dem Erfolg seines Horror-Titels Ten Bells im Jahr 2024 widmet sich der britische Solo-Entwickler Vin Hill (Hillfort Games), ein ehemaliger Senior Concept Artist bei Ubisoft Montreal, nun voll und ganz seinem Herzensprojekt. Unterstützt durch eine Finanzierung von Outersloth (Among Us) und verstärkt durch hochkarätige Mitstreiter wie 3D-Environment-Artist Jean-Nicolas Racicot und Komponistin Frida Johansson (bekannt für den Soundtrack von Unravel), entsteht hier eine tiefgründige Liebeserklärung an klassische Retro-Abenteuerspiele im modernen Gewand.

In Long Gone ist die Umgebung der eigentliche Hauptcharakter. Das Spiel führt uns in das fiktive Vorstadtviertel Corvid Hills, Jahrzehnte nach dem Ausbruch einer Zombie-Apokalypse. Das einstige Idyll wurde längst von der Natur zurückerobert. Als einsamer Überlebender durchstreifen wir die verlassenen Straßen und Häuser, um durch die zurückgelassenen Habseligkeiten der ehemaligen Bewohner deren stille Tragödien, verborgene Leben und absurden Alltag vor dem Weltuntergang zu rekonstruieren. Die Geschichte entfaltet sich dabei völlig gewaltfrei und intim über Hunderte interaktiver Objekte.

3D-Pixel-Art, detektivische Spurensuche und eine Samtpfote Begleiter

Das spielerische Grundgerüst bricht mit traditionellen Genre-Konventionen und setzt auf ein entschleunigtes, rein narratives Erlebnis:

  • Der Rhythmus der Perspektiven: Das Erkundungsabenteuer wechselt dynamisch das Spielgefühl. Während wir uns auf den Straßen von Corvid Hills im klassischen 2.5D-Platforming fortbewegen, schaltet das Spiel in den Häusern in eine vollständige 3D-Erkundung um.
  • Zombies als Umgebungsrätsel: In der Welt von Long Gone wird nicht gekämpft. Jede Begegnung mit den wenigen noch herumschlurfenden Untoten wird stattdessen zu einem klassischen Umgebungsrätsel, das wir durch Cleverness und den geschickten Einsatz von gefundenen Gegenständen lösen müssen.
  • Vollständig interaktive Untersuchung: Das Spiel verbindet Point-and-Click-Interaktionen mit moderner Physik. Spieler können jede Schublade, jeden Schrank und jede Kiste durchwühlen, Notizen lesen und Gegenstände im Rucksack kombinieren. Nicht jedes Objekt bringt uns weiter, aber jedes erzählt ein Stück Geschichte.
  • Ein treuer Begleiter: Wir sind in der Apokalypse nicht allein. Eine kleine Katze begleitet uns auf Schritt und Tritt. Der samtpfötige Gefährte warnt uns vor Gefahren, stöbert versteckte Geheimnisse auf, weist ab und zu den Weg und darf selbstverständlich auch ausgiebig gestreichelt werden.
Unser Feature-Fokus: Long Gone fasziniert durch seine wunderschöne Lo-Fi-3D-Pixelwelt, die den Spagat zwischen melancholischer Endzeitstimmung und subtilem, tiefschwarzem Humor meistert. Der Verzicht auf klassische Kämpfe rückt das fantastische Umwelt-Storytelling und die detektivische Detailarbeit komplett in den Vordergrund. Zusammen mit dem atmosphärischen Soundtrack von Frida Johansson zeichnet sich hier ein echtes interaktives Kunstwerk ab, das die melancholische Einsamkeit einer verlassenen Welt perfekt einfängt.

Long Gone - Status Quo

Dank der Partnerschaft mit dem Förderfonds von Outersloth befindet sich Long Gone seit Sommer 2025 in der vollen Produktion und basiert technisch auf der modernen Unity 6 Engine. Dass das Konzept im Sturm die Herzen der Community erobert hat, zeigen nicht nur offizielle Nominierungen für Showcases wie die Gamescom ONL oder die Triple-i Initiative, sondern auch die beeindruckende Marke von über 370.000 Wunschlisten-Einträgen (Stand Mai 2026) auf Steam. Bis zum fertigen Beutezug durch Corvid Hills müssen wir uns allerdings noch etwas gedulden: Der finale Release des Singleplayer-Abenteuers ist für das Jahr 2027 geplant.