Coven of the Chicken Foot: Das neue Indie-Projekt des The Last of Us-Machers

Coven of the Chicken Foot

Wenn einer der wichtigsten Köpfe hinter Naughty Dog-Meisterwerken wie The Last of Us und Uncharted 4 der AAA-Industrie den Rücken kehrt, um ein kleines Indie-Studio zu gründen, horcht die Spielewelt auf. Genau das hat Bruce Straley 2021 mit der Gründung von Wildflower Interactive getan. Das erklärte Ziel: Weg vom seelenlosen Crunch, hin zu kleineren, kreativen und menschlichen Projekten. Das Debüt dieses Studios wurde im Dezember 2025 auf den Game Awards enthüllt und es könnte kaum weiter von Joel und Ellie entfernt sein. In Coven of the Chicken Foot steuern wir Gertie, eine ältere Hexe auf Hühnerbeinen, durch ein charmant-düsteres Fantasy-Abenteuer.

Das Setting ist herrlich unverbraucht: In einer stilisierten Fantasywelt wurden alle Monster längst von strahlenden Helden besiegt und die Dungeons sind geplündert. Nun ist die Zeit der alten Hexe Gertie gekommen, sich ihrem Zirkel (dem Coven) zu beweisen. Doch Gertie ist keine typische Actionheldin. Sie schwingt weder Schwerter noch beherrscht sie waghalsige Doppelsprünge. Stattdessen ist sie auf die Hilfe einer äußerst kuriosen Kreatur angewiesen, die sich ihr anschließt.

Eine dynamische Beziehung als Herzstück

Die Magie von Coven of the Chicken Foot liegt nicht in effektreichen Kämpfen, sondern in der Beziehung der beiden ungewöhnlichen Protagonisten und dem innovativen Companion-System.

  • Ein lernfähiger Begleiter: Die Kreatur, die Gertie begleitet, ist kein starres Werkzeug. Wildflower Interactive hat laut eigenen Angaben eine neue Technologie entwickelt, durch die der Begleiter unser Spielverhalten beobachtet, lernt und situationsbedingte Verhaltensweisen entwickelt.
  • Eigener Wille: Der Companion ist nicht nur ein Gehilfe, sondern ein Charakter mit eigenen Motivationen und Überraschungen, an die Gertie (und wir) sich anpassen müssen, um Umgebungsrätsel zu lösen und Hindernisse zu überwinden.
  • Wortlose Erzählkunst: Die Geschichte kommt völlig ohne Dialoge aus. Gertie und ihr Begleiter sprechen nicht dieselbe Sprache. Das Spiel verlässt sich voll und ganz auf cleveres Environmental Storytelling, Mimik und kleine Gesten, um die emotionale Bindung der beiden spürbar zu machen.
  • Handgezeichnete Dunkelheit: Visuell präsentiert sich das Spiel in einem wunderschönen, handgezeichneten Storybook-Stil, der klassische Fantasy-Tropes mit einem charmant-düsteren Unterton mischt.

Unser Feature-Fokus: Bruce Straley hat bewiesen, dass er meisterhaft tiefe Begleiter-Beziehungen inszenieren kann. Die Idee, dieses Talent nun auf ein wortloses, düsteres Puzzle-Platformer-Konzept mit einer alternden Hexe zu übertragen, ist unfassbar spannend. Es ist ein Spiel, das sich nicht über Action definiert, sondern über das langsame Zusammenwachsen zweier Außenseiter in einer Welt, die eigentlich keine Helden mehr braucht.

Coven of the Chicken Foot: Status Quo

Einen konkreten Veröffentlichungstermin gibt es für Coven of the Chicken Foot bislang nicht. Bekannt ist nur, dass das Spiel für den PC (via Steam) erscheinen wird und die Steam-Seite bereits live ist. Da die Entwicklung bei Wildflower Interactive ganz bewusst auf gesunde Arbeitsbedingungen ohne Zeitdruck setzt, werden wir uns vermutlich noch eine Weile in Geduld üben müssen. Aber für ein Spiel mit so viel Herzblut lohnt sich das Warten allemal – ab auf die Wunschliste damit!