MOLDRISE: Beklemmender Survival-Horror mit einer Pilzinfektion im Fuß

MOLDRISE

Manchmal beginnt der Horror nicht im Kopf, sondern im linken Fuß. Genau dort setzt MOLDRISE an: Eine Pilzinfektion hat sich in unserem Fuß eingenistet und gibt fortan die Richtung vor. Solo-Entwickler Raffaele Picca, der unter dem Pseudonym Picster auftritt, hat aus einem kompakten Game-Jam-Projekt für den Noise Jam 2 ein vollwertiges First-Person Survival-Horrorgame für Steam geschmiedet. Das Ziel des Spiels ist dabei denkbar simpel. Wir müssen durchs Treppenhaus nach oben und das Dach des Hauses erreichen.

Nach einer widerlich-surrealen Eröffnungssequenz aus verwaschenen FMV-Aufnahmen und alptraumhaften Bildern erwachen wir in einer heruntergekommenen Wohnung und stehen vor der Aufgabe, das Dach des dreißigstöckigen Wohnhauses erreichen, bevor die Infektion vollends von uns Besitz ergreift. Kaputte Treppen, ein defekter Aufzug und verschlossene Türen stellen sich uns dabei ebenso in den Weg wie die zwielichtigen Bewohner des Hauses, an denen wir auf unserem Weg nach oben kaum vorbeikommen.

Ein wissensbasierter Loop voller schrulliger Nachbarn

Statt auf zufällig generierte Level setzt MOLDRISE auf ein festes, sich wiederholendes Haus. Jeder Tod schickt uns zurück in die Ausgangswohnung, doch das Spiel selbst vergisst nichts:

  • Immer dasselbe Haus: Nachbarn, Handelsangebote und selbst der Automat im Erdgeschoss bleiben von Durchlauf zu Durchlauf identisch. Nur unser eigenes Wissen über das Gebäude verändert sich.
  • Wissens-Fortschritt: Ein kleines Menü protokolliert jede gelöste Aufgabe und jeden entdeckten Trick. Bereits bekannte Erledigungen lassen sich in späteren Durchläufen einfach überspringen.
  • Körperliches Wettrennen: Während wir Botengänge erledigen, verschärfen sich Hunger, Durst und die Infektion selbst. Verzetteln wir uns zu lange auf einer Etage, verlieren wir den Wettlauf gegen den eigenen Körper.
  • Fragwürdige Bekanntschaften: Die Nachbarn schicken uns mit Botengängen und Nachrichten quer durchs Haus. Nach und nach ergeben ihre Geschichten ein größeres, düsteres Gesamtbild, das keiner von ihnen ganz zu durchschauen scheint.
  • Knappe Wirtschaft: Gefundenes oder verdientes Geld investieren wir in Heilmittel oder Aufzugfahrten. Wer clever plant, erledigt bei einer einzigen Fahrt gleich mehrere Aufgaben auf derselben Etage.
  • Verstörende Präsentation: Die verwaschene Retro-Optik verzerrt sich zunehmend, je voller unsere Meter werden, begleitet von Flüstern aus allen Richtungen. Für den passenden Score sorgt ausgerechnet Mike Klubnika, der Komponist hinter Buckshot Roulette.

Unser Feature-Fokus: MOLDRISE packt in seine kompakte Spielzeit von rund zwei Stunden eine bemerkenswert dichte, morbide Atmosphäre und einen klugen, wissensbasierten Spielloop. Die Schwächen liegen dabei genau dort, wo man sie bei einem gewachsenen Jam-Projekt erwartet: Nicht alle dreißig Stockwerke sind gleich dicht mit Inhalten gefüllt, die Rätsel bleiben meist einfache Botengänge und die Halluzinations-Sequenzen zwischen den Etappen nutzen sich bei wiederholten Durchläufen spürbar ab. Wer sich aber auf das schmutzige, morbide Konzept einlässt, bekommt ein herrlich eigenständiges kleines Horror-Erlebnis mit viel schwarzem Humor.

MOLDRISE - Status Quo

MOLDRISE ist seit dem 20. Juli 2026 auf Steam erhältlich und wurde von der Community bislang mit "Sehr positiv" bewertet.