RadCity: Atmosphärischer Überlebenskampf in postnuklearen Ruinen

Zwei Jahre nach dem Fall der Bomben hat sich der radioaktive Ascheregen endlich gelegt, doch die Welt, wie wir sie kannten, ist unwiderruflich zerstört. Mit RadCity: A Post-Apocalyptic Adventure liefert Indie-Entwickler babadokia einen atmosphärischen Überlebenskampf, der sich bewusst von überladenen Action-Shootern abwendet. Stattdessen erwartet uns in dieser postnuklearen, osteuropäischen Industriestadt ein narratives Abenteuer, bei dem kluges Ressourcenmanagement und die systematische Erkundung der Trümmer im Vordergrund stehen.
RadCity versetzt uns in eine dystopische, vom stetigen Zerfall geprägte Welt: Die eigenen Notvorräte sind fast aufgebraucht, das Ökosystem ist vollständig kollabiert und mit jedem Tag wird es kälter. Ein Lichtblick entsteht erst durch den Funkkontakt zu einem weiteren Überlebenden. Gemeinsam fassen wir den riskanten Plan, eine unterirdische Militäranlage per Zug zu erreichen. Doch bevor die Flucht beginnen kann, steht erstmal eine gewaltige logistische Hürde im Weg. Wir können die 40-tägige Reise mit dem Zug nur antreten, wenn wir in den verlassenen Ruinen ausreichend Nahrung und Vorräte für zwei Personen zusammensuchen.
Scavenging statt Zombie-Shooter
Entwickler babadokia macht auf der Shop-Seite unmissverständlich klar, was das Spiel nicht ist: Wer auf der Suche nach Schusswaffen, Zombie-Horden, klassischen RPG-Skilltrees oder tiefgreifendem Loot- und Crafting-Grind ist, wird hier nicht fündig. Das Spiel wirft uns stattdessen komplett ohne Händchenhalten in die Ruinen und setzt auf eine detaillierte 3D-Welt aus der Top-Down-Perspektive (inklusive eines echten isometrischen Modus), die stark von verlassenen Industrieanlagen in Rumänien inspiriert ist.
Wir durchstreifen die tote Stadt Gebäude für Gebäude, lösen Umgebungsrätsel, führen Dialoge und schalten nach und nach neue Areale frei. Dabei gilt ein eiserner Rhythmus: Die Erkundung findet ausschließlich bei Tageslicht statt. Sobald die Nacht hereinbricht, müssen wir rechtzeitig in unseren Unterschlupf zurückgekehrt sein.
- Ruhiges Pacing: Der Fokus liegt voll auf Umwelt-Storytelling, Erkundung und dem stetigen Sammeln von Vorräten ("Scavenging"), nicht auf hektischer Action.
- Gefahren der Endzeit: Neben dem ständigen Hunger müssen wir radioaktive Zonen umgehen und in Nebenmissionen entscheiden, ob wir anderen Überlebenden helfen oder sie lieber meiden.
- Tag-Nacht-Zyklus: Das knallharte Zeitmanagement zwingt uns dazu, Ausflüge in die Ruinen präzise zu planen und vor Einbruch der Dunkelheit einen sicheren Rückzugsort zu finden.
- Narrativer Fokus: Die allgegenwärtige visuelle Erzählweise der zerstörten europäischen Architektur erschafft eine beklemmend dichte Atmosphäre.
Unser Feature-Fokus: RadCity besticht durch seine allgegenwärtige Endzeit-Atmosphäre. Die Kombination aus der Vogelperspektive und der akribischen Suche nach den letzten verbliebenen Notrationen macht den Titel zu einem vielversprechenden Survival-Erlebnis für alle, die wie ich nicht genug von der Postapokalypse bekommen können.
RadCity: A Post-Apocalyptic Adventure - Status Quo
Die letzte Zug in RadCity soll laut aktueller Planung im 4. Quartal 2026 den Bahnhof verlassen. Einen konkreten Release-Termin gibt es allerdings noch nicht. Für alle, die dichte, narrative Endzeit-Welten im Stil eines This War of Mine oder des klassischen Fallout schätzen und sich gerne taktisch durch verlassene Industrieanlagen navigieren, ist dieser Titel aber ein Pflichtvermerk für die Wunschliste.







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