Supreme Experiment: Sci-Fi-Shooter und Immersive-Sim in einer dystopischen Maschinenwelt

Seit einem Jahrhundert hat sich die Menschheit in gigantische Spire Cities zurückgezogen, acht Kilometer hohe Türme, die weit über den toxischen Wolken einer zerstörten Erde thronen. Die Oberfläche wurde Flotten intelligenter Maschinen überlassen, die völlig autonom für den ununterbrochenen Ressourcen-Nachschub der Türme sorgen. Doch eines Tages bricht die Versorgungskette ohne Vorwarnung ab. Hunger und Kälte kriechen die Spire Cities hinauf. Unsere Aufgabe ist es nun, in die vergessene Dunkelheit hinab zu steigen, um die Ursache zu finden. Mit Supreme Experiment liefert das Entwicklerstudio Argunov Games sein Debütprojekt ab und präsentiert einen düsteren First-Person-Shooter, der stark in Richtung Immersive-Sim tendiert.
Was uns an der toxischen Oberfläche erwartet, hat nichts mehr mit reinen Wartungsprotokollen zu tun. In der Abwesenheit der Menschheit haben sich die zurückgelassenen Maschinen rasant weiterentwickelt. Sie haben sich in verschiedene Spezies und verfeindete Stämme aufgespalten, die auf Basis menschlicher Relikte völlig eigene Religionen und Pantheons erschaffen haben. Aus simpler Instandhaltung wurden im Laufe der Jahrzehnte rituelle Handlungen. Um das Schicksal der Welt zu ergründen, müssen wir uns durch diese extrem feindselige, aber faszinierende Gesellschaft kämpfen.
Zwischen Maschinen-Kulten und parallelen Dimensionen
Auch wenn das Indie-Studio bisher vor allem mit beeindruckendem Lore-Building glänzt, verspricht das Gameplay-Konzept von Supreme Experiment eine spannende Mischung aus Entdeckung und Taktik:
- Atmosphärische Erkundung: Die Spielwelt kontrastiert hochtechnologisierte Ruinen mit primitiv anmutenden Maschinen-Siedlungen. Statt auf reines Run-and-Gun-Spektakel liegt der Fokus auf methodischem Vorgehen und dem Überleben in einer dystopischen Umgebung.
- Kryptische Spurensuche: Um das große Mysterium hinter dem Versorgungsstopp aufzudecken, müssen alte Terminals gehackt, Logs entschlüsselt und Umgebungsdetails genau studiert werden.
- Rituelle Feinde: Die unterschiedlichen Maschinen-Stämme betrachten uns als Eindringling in ihr Ökosystem. Kämpfe in den engen Ruinen erfordern schnelles Denken und ein Verständnis für die Hierarchien der Kultisten.
- Fractured Reality System: Über ein gehacktes Neuralimplantat und in der Welt versteckte QR-Codes öffnet sich das Tor zu einer Parallelwelt. Was zunächst wie ein visueller Glitch wirkt, entpuppt sich als eigenständige, begehbare Dimension mit völlig eigenen Geheimnissen.
Unser Feature-Fokus: Supreme Experiment besticht schon in der Konzeptphase durch einen herausragenden Weltenbau. Die Idee, dass intelligente Maschinen über ein Jahrhundert hinweg die menschliche Technologie zu eigenen Religionen und rituellen Kulten weiterentwickeln, verleiht dem Dystopie-Setting eine enorme Tiefe. Gepaart mit Immersive-Sim-Ansätzen und dem faszinierenden Fractured Reality System entsteht hier ein Sci-Fi-Konstrukt, das extrem neugierig auf die finale Umsetzung macht und bei seiner Ankündigung zurecht begeistert hat.
Supreme Experiment - Status Quo
Das ehrgeizige Projekt von Argunov Games befindet sich derzeit noch in einer recht frühen Entwicklungsphase. Laut Angaben des Studios stehen das Weltendesign und das narrative Fundament, während aktuell intensiv an einem ersten umfassenden Gameplay-Prototypen gearbeitet wird. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum für Steam existiert daher noch nicht. Wer ein Faible für tiefgründige Sci-Fi-Geschichten und unverbrauchte Endzeit-Szenarien hat, sollte sich den First-Person-Shooter aber definitiv jetzt schon auf die Wunschliste setzen.







